Kapitel XII · 1 Min. Lesezeit

Chanoch und der Vorteil des Empfangenden

Was der Empfangende kann und der Gebende nicht

ChassidutSynthese

Es gibt eine verbreitete geistliche Vorstellung, in der alles Bedeutsame von oben stammt.

Der Himmel gibt.

Die Erde empfängt.

Der Lehrer gibt.

Der Schüler empfängt.

Der Verstand gibt.

Die Rede empfängt.

Das Männliche gibt.

Das Weibliche empfängt.

Die Quelle ist demnach wichtig.

Der Empfangende demnach zweitrangig.

Doch die Architektur bleibt unvollständig, solange wir nicht fragen, was der Empfangende mit der Gabe tut.

Der Himmel sendet Regen.

Die Erde bringt Weizen hervor.

Der Regen kann am Himmel kein Brot erzeugen.

Ein Lehrer übermittelt eine Einsicht.

Ein Schüler ringt mit ihr, stellt eine Frage, dreht sie um, hält sie gegen das Leben, und plötzlich wird eine Tiefe ausgesprochen, die selbst dem Lehrer verborgen war.

Ein Same wird gegeben.

Der Mutterleib trägt ein Kind aus, das sich nicht auf den empfangenen Samen zurückführen lässt.

Empfangen ist nicht der Abschluss des Gebens.

Empfangen beginnt die Verwandlung.

Kehren wir nun zu Chanoch zurück.

Der Mensch ist gegenüber dem Himmel der Empfangende.

Er empfängt das Dasein.

Er empfängt den Befehl.

Er empfängt das Erwachen.

Er empfängt Tora in der Gestalt, die seiner Zeit verfügbar war.

Und doch bleibt Chanoch nicht der Endpunkt des Herabsteigens.

Er kehrt zurück.

וַיִּתְהַלֵּךְ.

Originaltext

Er antwortet.

Deshalb kann Chanoch als frühes menschliches Bild von אוֹר חוֹזֵרor chozerZurückkehrendes Licht. Der Aufstieg, den ein Empfänger hervorbringt, der geantwortet hat — und der den Kreislauf schließt, den gerades Licht allein offen lässt.Glossar, zurückkehrendem Licht, betrachtet werden.

Das Licht kommt herab.

Die menschliche Antwort steigt auf.

Dann wird der Aufgestiegene fähig, etwas zu den Welten zurückzutragen.

Die Linie wird zum Kreislauf.

Metatron ist nicht nur der Himmel, der herabreicht.

Er ist die Erde, die hinaufgereicht hat und sich nun an beide Richtungen erinnert.