Kapitel XX · 1 Min. Lesezeit
Die weibliche Eigenschaft, verborgen in Metatrons Dienst
Innerlichkeit als Stärke
In der Metatron-Tradition liegt eine verborgene Ausrichtung, die sichtbarer wird, sobald wir aufhören, himmlische Größe nur durch Eroberung, Hierarchie und senkrechten Aufstieg zu lesen.
Metatron empfängt.
Er hält.
Er verzeichnet.
Er trägt.
Er bewahrt.
Er setzt den Befehl in den Zusammenhang der geschaffenen Ordnung.
Er steht an einer Schnittstelle.
Das ist keine schwache Tätigkeit.
Ein Gefäß, das ungeheures Licht halten kann, ohne zu zerbrechen, verlangt eine tiefe Gewura.
Fassen ist nach innen gewendete Stärke.
Der Mutterleib schützt Leben durch Grenzen.
Die Kammer schafft Innerlichkeit.
Das Haus empfängt Menschen, Speise, Rede, Müdigkeit, Feier und Streit und hält diese getrennten Ströme irgendwie lange genug, damit Beziehung entstehen kann.
Der Schreiber empfängt das Unsichtbare und macht es als Buchstaben bewohnbar.
Diese Gesten erhellen eine andere Seite Metatrons.
Der himmlische Schreiber ist nicht bloß das männliche Bild senkrechter Autorität.
Er ist auch die Kammer.
Er nimmt das Herabsteigende und gibt ihm einen Ort zum Wohnen.
Übermittlung trifft auf Reifung.
Befehl trifft auf Empfangen.
Die Linie trifft auf das Gefäß.
Chanoch sitzt deshalb seltsam und schön zwischen den Ausrichtungen.
Der Mensch unten geht nach oben.
Der himmlische Diener empfängt von oben.
Er steigt durch Treue auf.
Dann dient er durch Empfänglichkeit.
Der Überwindende wird zum Haltenden.
Das ist der geschlossene Kreislauf, der sich zu zeigen beginnt.