Kapitel XV · 2 Min. Lesezeit

Warum Chanoch gehen musste

Eine Welt, die ihn noch nicht fassen konnte

ChasalChassidut

Chanochs Verwandlung kann missverstanden werden, wenn sie zum allgemeinen Ideal religiöser Flucht wird.

Die Logik wäre einfach:

Stoffliches Dasein ist niedrig.

Engelhaftes Dasein ist hoch.

Chanoch wird ein Engel.

Also ist das Ziel der Heiligkeit, den Stoff hinter sich zu lassen.

Doch die חֲסִידוּתChassidutDie chassidische Lehre, insbesondere die Chabad-Disziplin, die höchsten Begriffe in eine Form zu bringen, die den Betrachtenden verwandelt.Glossar gibt einen anderen letzten Zweck.

נתאוה הקדוש ברוך הוא להיות לו יתברך דירה בתחתונים.

Originaltext

HaKadosch Baruch Hu verlangte nach einer Wohnung in den unteren Bereichen.

Eine Wohnung.

Kein Fluchtweg.

Der höchste Zweck wird nicht erfüllt, indem die Erde sich hinreichend ihrer selbst schämt, um Himmel zu werden.

Er wird erfüllt, wenn der untere Ort fähig wird, göttliche Gegenwart zu beherbergen, und dabei der untere Ort bleibt.

Das konnte Chanoch in derselben geschichtlichen Weise noch nicht vollbringen.

Er lebte vor מַתַּן תּוֹרָהMatan ToraDie Gabe der Tora am Sinai, nach der Heiligkeit durch Mizwot in den Stoff eintritt, statt zu verlangen, dass der heilige Mensch aus ihm herausgenommen werde.Glossar.

Vor der kosmischen Verbindung von Oben und Unten, die durch Tora und Mizwot vollzogen wird.

Bevor der Befehl in einen stofflichen Gegenstand eintreten und diesen Gegenstand selbst auf die Weise nach dem Sinai heilig machen konnte.

So löst sich Chanochs außerordentliche Heiligkeit nach oben auf.

Er wird genommen.

Der spätere Jude erhält eine andere Möglichkeit.

Die Rinderhaut muss nicht Feuer werden.

Sie wird Tefillin.

Das Pergament muss den Stoff nicht verlassen.

Es wird eine Mesusa.

Wein hört nicht auf, Wein zu sein.

Er wird קִידּוּשׁKidduschDie Heiligung, die am Schabbat über Wein gesprochen wird — das gewählte Bild des Essays für den göttlichen Willen, der in Trauben, Glas, eine Hand und einen Tisch eintritt.Glossar.

Brot flieht sein Brotsein nicht.

Es wird Challa auf einem Schabbattisch.

Eine Münze bleibt Metall und wird Zedaka.

Die menschliche Hand bleibt stofflich und legt Tefillin.

Das ist in der besonderen Dimension des göttlichen Schöpfungszwecks größer als die Flucht.

Nicht weil Chanochs Aufstieg mangelhaft gewesen wäre.

Sondern weil die geschichtliche Architektur den Abstieg noch nicht vollendet hatte.

Seine Lösung war wahr für seine Stufe.

Der Sinai eröffnet eine andere Stufe.

Chanoch wurde, was seine Welt noch nicht fassen konnte.

Der letzte Zweck ist eine Welt, die es fassen kann.