Kapitel XL · 1 Min. Lesezeit
„Und er war nicht mehr“
Das Erweichen falscher Urheberschaft
Es gibt eine andere Weise, וְאֵינֶנּוּw’einenu„Und er war nicht mehr.“ Der Ausdruck, der den erwarteten Todeskehrreim ersetzt; hier zugleich als Verbergung und als Erweichen einer abgesonderten Mitte gelesen.Glossar zu hören.
Das Ich, durch das Chanoch sich von der göttlichen Richtung hätte trennen können, wurde immer weniger zentral.
Nicht dass Chanoch aufgehört hätte zu sein.
Ganz im Gegenteil.
Sein wahrer Name überdauert so stark, dass die mystische Tradition ihn oben in seinen eigenen Mund legt.
Doch das Selbst als eigenständige Quelle verliert seinen Anspruch.
וְאֵינֶנּוּ.
Originaltext
Die abgesonderte Mitte ist nicht mehr, wo sie war.
כִּי לָקַח אֹתוֹ אֱלֹהִים.
Originaltext
Er ist empfangen worden.
Das ist eines der großen Paradoxe des בִּיטּוּלBittulSelbstaufhebung — genauer: das Aufgeben des Anspruchs, eine unabhängige Quelle zu sein. Nicht die Auslöschung des Selbst, sondern die Entleerung von falscher Urheberschaft.Glossar.
Je vollständiger die falsche Unabhängigkeit weich wird, desto eigener kann der Mensch werden.
Mosche bleibt Mosche.
David bleibt David.
Der Alte Rebbe bleibt der Alte Rebbe.
Niemand wird ein grauer geistlicher Fleck.
Einheit löscht Unterschiede nicht aus.
Sie erlaubt ihnen, den Kampf um metaphysische Unabhängigkeit einzustellen.
Chanoch wird mehr Chanoch, nicht weniger.
So sehr mehr er selbst, dass der Himmel Metatron sagen kann und er noch immer antworten kann:
אני חנוך בן ירד.
Originaltext